VolkszählerInnen sind zu früh ausgeschwärmt

Wie inzwischen deutlich wurde, sind die VolkszählerInnen (auch offiziell Erhebungsbeauftragte genannt) bereits seit Montag, 09. Mai 2011 unterwegs. Allerdings ist dies eine Woche zu früh! Denn in der Frage 33 der Haushaltsstichprobe wird gefragt:

„Haben Sie auch in der Woche vom 09- bis 15. Mai mindestens eine Stunde eine bezahlte Tätigkeite ausgeübt?“

Klar, wenn ich am Abend des 09. Mai nach einem anstrengenden Arbeitstag befragt werde, kann ich diese Frage gutens Gewissen mit „ja“ beantworten.

Aber was macht jemand, bei dem sich der/die VolskzählerIn für Montagvormittag angekündigt hat und sich extra für diese Befragung frei genommen hat. Sicher hat der/die Befragte dann vor, am nächsten Tag wieder der bezahlten Beschäftigung nachzugehen. Aber was ist, wenn der/die Befragte dann plötzlich krank wird und erst in der kommenden Woche wieder arbeiten gehen kann. Gleiches gilt natürlich auch für alle, die aus einem der genannten Gründe (krank, Weiterbildung, unregelmäßige Arbeitszeiten, Urlaub, etc.) zum Zeitpunkt der Befragung in der genannten Woche noch nicht ihrer bezahlten Tätigkeit nachgegangen sind. Diese Befragten können doch noch gar nicht wissen, ob sie hier ja oder nein sagen müssen.

Daher gilt: Wer eigentlich einer bezahlten Tätigkeit nachtgeht, aber von den VolkszählerInnen bereits in dieser Woche aufgesucht wird, bevor er/sie mindestens einer Stunde dieser bezahlten Tätigkeit nachgegangen ist, kann gar nicht anders, als sich den Fragebogen zum Selbstausfüllen aushändigen zu lassen.

Allen anderen wird allerdings auch empfohlen, den/die Volkszählerin nicht in die Wohnung zu lassen, sondern sich den Fragebogen aushändigen zu lassen. Sollte der/die VolkszählerIn sich nicht darauf einlassen wollen, wie am 09. Mai in Thürigen geschehen, spricht auch nichts dagegen, die Polizei zu rufen und Anzeige wegen (versuchten) Hausfriedensbruch zu stellen.

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Über extdsb

Ich bin Diplom Informatiker (mit Schwerpunkt Datenschutzrecht) Datenschutzexperte und anerkannter Datenschutzsachverständiger (rechtlich, technisch). Ich berate Unternehmen und andere Institutionen bei allen Fragen zum Datenschutz und bin in verschiedenen Unternehmen als externer Datenschutzbeauftragter tätig. Ehrenamtlich bin ich u.a. als stellv. Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e.V. und als Beiratsmitglied des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) e.V. aktiv.
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Eine Antwort zu VolkszählerInnen sind zu früh ausgeschwärmt

  1. Zacharias Zensus schreibt:

    Sorry aber das ist doch Quatsch.
    Der Zensus begann am 09. Mai 2011 bundesweit. Auch ich war als Interviewer unterwegs. Daher durften auch erst Termine am 09. Mai vergeben werden. Da zwischen Befragungsankündigung und der eigentlichen Befragung zwischen 2 und 4 Tage liegen soll, wäre also die erste Befragung nicht vor dem 11. Mai durchgeführt worden sein. Diese Frist wurde mehrfach in der Schulung genannt. Sollte dies nicht geschehen sein, ist das ein klarer Verstoß gegen die Richtlinien und daher fraglich.

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